Wintersemester 2008/09

Komödien, in denen es um Teenagerschwangerschaften geht, finden im Jahr 2008 ein breites Publikum. So der Film "Juno" (Regie Jason Reitman, 2007) und Nick Hornbys Roman "Slam" (2008). Der Film erzählt die ungeplante Schwangerschaft eines 16-jährigen Mädchens, der Roman spricht aus der Perspektive eines gleichaltrigen Jungen, der ungewollt Vater wird.

Es wird an diesem Material die jeweilige Lebenspraxis der Protagonisten rekonstruiert. Im Mittelpunkt stehen analytisch die Adoleszenzkrise und die Krise der Schwangerschaft. Diese Verknüpfung ist für Sozialisationstheorie bemerkenswert, weil durch die noch nicht abgeschlossene Adoleszenzkrise vermutlich keine Autonomie erlangt ist, mit der sich die Krise der Schwangerschaft selbstständig bewältigen ließe.

Wichtig ist es, die Lebenspraxis der Protagonisten in ihrer Totalität zu untersuchen: nicht nur in Bezug auf das Selbstbild und die Zukunftserwartung mit Kind, sondern auch in den Bezügen zu Eltern, zum Sexualpartner, zu Freunden und Peers, zur Schule sowie zum weiteren sozialen Umfeld. Der Fokus liegt auf der möglichen Verschränkung und Wechselwirkung der sozialisatorischen Transformationen.

Das Seminar verbinde ich auch mit meinem methodischen Interesse an Filmanalyse – auch wenn im Fall des Films "Juno" das Drehbuch die Grundlage der Analyse im Seminar ist: Einen Hinweis auf eine Literaturliste zur pädagogischen Filmanalyse erreichen Sie unter dem Text-Link Filmanalysen.

   
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